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Die Provinz Mendoza - Porträt & Reiseführer

Blauer Himmel, hohe Berge und weite Weinhänge: Mendoza wirbt fast immer mit dem gleichen Motiv um Besucher. Die Provinz ist der größte Weinproduzent Argentiniens, und das Klima ist sehr angenehm, trocken, warm und sonnig. In dieser Provinz der Superlative liegt nahe der Grenze zu Chile der höchste Berg außerhalb des Himalayas, der Cerro Aconcagua mit 6959 m Höhe. Doch nicht nur die Natur begeistert in der bevölkerungsreichsten Provinz des Cuyo: Mit der Hauptstadt Mendoza lockt zudem eine der modernsten und aufregendsten Großstädte Argentiniens.

Die Landschaft der Provinz ist sehr vielgestaltig. Im Osten herrscht eine Strauchsteppe, der Monte, vor, die sehr trocken ist und nur 150 bis 300 Millimeter Niederschlag im Jahr abbekommt. Im Nordosten der Provinz, nahe dem Städtchen Lavalle, kommen die einzigen Sandwüsten Argentiniens vor, doch echte Dünen wie in der Sahara findet man nur auf einer Fläche von wenigen Hektar. Im Westen, in den Anden, finden sich trotz der Trockenheit auch grüne, oasenhafte Täler, die durch Schmelzwasserflüsse des Hochgebirges gespeist werden. Der Süden der Provinz wirkt wüstenhaft und noch etwa rauer, hier macht sich schon die Nähe Patagoniens bemerkbar. Bei Malargüe im äußersten Süden an der Grenze zu Neuquén gibt es geradezu surrealistisch anmutendende Landschaften. Kurz gesagt: Mendoza ist eine Provinz der Kontraste.


Mendoza und die nördliche Oase: Das moderne Herz des Westens

A typical view of Mendoza City full of trees and big mountains.

Viel Grün und Andenblick: Mendoza-Stadt. Foto: Itsmemarttin / CC-BY-SA 3.0


Die Provinzhauptstadt Mendoza ist die viertgrößte Stadt des Landes und verblüfft Besucher mit ihrem Reichtum und dem entspannten Flair. In ihrem Ballungsraum, der sich neben der Stadt selbst aus fünf Distrikten (Guaymallén, Las Heras, Godoy Cruz, Maipú und Luján) zusammensetzt, wohnt eine knappe Million Einwohner. Sie hat sich im Zentrum einen beschaulichen Oasencharakter bewahrt: Dank ausgeklügelter Bewässerungssysteme, welche die überall die Szenerie dominierenden Alleen und mehrere Parks und Plazas versorgen, ist sie eine der grünsten Städte Argentiniens. Kolonialbauten sind wegen eines Erdbebens im Jahr 1861 nur noch in Ruinen erhalten, dennoch gibt es eine Reihe bemerkenswerter Baudenkmäler; etwa die berühmte "turmlose Kirche" San Francisco.

Mendoza bietet ein reiches Kulturleben und ist eine kosmopolitische Metropole. So geht die Einwanderer-Gemeinschaft aus Chile auf das 19. Jahrhundert zurück; seit etwa 1950 siedelten sich zudem zahlreiche Bolivianer an. Besonders im Künstlerviertel rund um den Paseo de la Alameda im Nordosten und in der Allee Arístides Villanueva nahe des alten Bahnhofs, in der sich auf einem Kilometer Länge Dutzende Restaurants und Bars ballen, pulsiert das Leben rund um die Uhr. In der "Nave Cultural" kann der Besucher in einem alten Eisenbahnschuppen Konzerten und Theatervorstellungen beiwohnen. Mit dem Metrotranvía hat Mendoza das einzige moderne Stadtbahnsystem Argentiniens, und das Weinfest "Fiesta de la Vendimia" im Spätsommer ist ein sehenswertes Kultur- und Multimedia-Spektakel mit Theater, Musik, Tanz und gastronomischen Freuden, das im Land seinesgleichen sucht.


Die Anden: Das Dach Amerikas

Aconcagua view

Der Allerhöchste: Cerro Aconcagua. Foto: Jorge Díaz / Flickr / CC-BY-SA 2.0


Der Westen der Provinz wird vollständig von dem höchsten Teil der Anden durchzogen, mit dem Aconcagua als großem Protagonisten. Da er nicht allzu schwer zu ersteigen ist, zog er auch einige spleenige Abenteurer an, unter anderem einen US-Bürger, der einen Klapptisch auf den Gipfel schleppte und sich darauf stellte, um der „allerhöchste Mensch Amerikas“ zu sein. Eine exzellente Ausrüstung ist jedoch bei einem Aufstieg Pflicht, vor allem wegen der Höhe, der dünnen Luft und der Kälte. Der Bergsteigerfriedhof am Sockel des Berges bei Puente del Inca zeigt, dass es trotz des moderaten Schwierigkeitsgrades doch schiefgehen kann.

Das Aconcagua-Gebiet durchfährt man am besten auf einer Fahrt über die Ruta Nacional 7, die Mendoza mit der chilenischen Hauptstadt Santiago verbindet. Dort liegt Puente del Inca, eines der großen argentinischen Fotomotive - eine Naturbrücke inmitten ockerfarbenen Felsen - und mit Los Penitentes eines de wichtigsten Skigebiete Argentiniens. Die Region rund um Uspallata überrascht mit einer grünen Gras- und Waldlandschaft inmitten der kahlen Andenriesen. Südlich des Aconcagua sind als Naturwunder der Vulkan Tupungato, einer der höchsten der Erde, und der Gletschersee Laguna Diamante zu nennen.


Der Süden: Argentiniens Mondlandschaft

Primer Pozo de las Ánimas, Malargüe 2

Bizarrer Dolinensee: Der Pozo de las Ánimas. Foto: Federico Gomez Aghetta / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0


Der Süden Mendozas wurde vom Tourismus mit wenigen Ausnahmen noch kaum entdeckt. Mit mondähnlichen Kratern, eigenartigen Bodenfärbungen und Vulkanen, dazwischen immer einmal wieder einem grünen Oasental ist die Region eine Fundgrube für alle, die ungewöhnliche Landschaften lieben. Wer ohne touristische Exkursionen eine Reise in die Gegend unternehmen möchte, sollte mit dem eigenen Auto oder Mietwagen anreisen, da öffentliche Verkehrsmittel die schönsten Ecken nicht erreichen.

Im Osten der Region liegt die zweitgrößte Stadt Mendozas, San Rafael mit 110.000 Einwohnern - wie die Hauptstadt eine grüne Oasenstadt mit vielen Alleen. Canyons und Stauseen, aber auch Bergwälder liegen in ihrer Umgebung. Richtig rau wird die Landschaft jedoch rund um Malargüe auf dem Weg zur Grenze zur Neuquén, übrigens trotz der nur etwa 15.000 Einwohner Argentiniens flächengrößte Stadt. Die Felslandschaft Castillos de Pincheira beeindruckt mit an Schlösser und Burgen erinnernden Felsformationen, und der Pozo de las Ánimas ist eine der größten Dolinen Südamerikas.


Die beliebtesten Reiseziele der Provinz Mendoza

Salentein Winery

Typisch Mendoza: Weingut im Valle de Uco. Foto: Bormidayanzon / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0

  • Mendoza. Die moderne, entspannte Metropole ist eine der aufstrebenden Kulturmetropolen des Landes. Sie bietet den riesigen San-Martín-Park, kuriose Kirchenbauten und viele Museen. Zoo und Aquarium gehören zu den wichtigsten Südamerikas.
  • Aconcagua-Gebiet. Rund um den majestätischen Bergriesen findet der Reisende das Skigebiet Los Penitentes und das alte Thermalbad Puente del Inca. Gesäumt von schneebedeckten Bergen eine beeindruckende Landschaft.
  • Malargüe und Umgebung. Versteinerte Araukarien-Wälder, die Felsformationen der Castillos de Pincheira, der Salzsee Laguna Llancanelo, die Höhle Caverna de las Brujas und nicht zuletzt die kuriose Doline Pozo de las Ánimas: Wer raue Landschaften liebt, wird rund um Malargüe sicher fündig werden.
  • Valle de Uco. Das Tal etwa 70 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt bietet attraktive Landschaften mit Blick auf den Vulkan Tupungato - und viele hervorragende Weingüter, die auf einer "Bodega-Tour" besucht werden können.
  • Las Leñas. Im Süden bei Malargüe gelegen, ist Las Leñas eines der bedeutendsten Wintersportorte des Landes und gilt als außergewöhnlich mondän, aber auch als relativ teuer.


Geheimtipps in der Provinz Mendoza

Valle grande, San Rafael , Mendoza, Argentina

Am Stausee Valle Grande. Foto: Pablo Celestino / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0

  • San Rafael. Die moderne "Metropole des Südens" besticht mit einer entspannten Oasenflair - man erahnt die mehr als hunderttausend Einwohner kaum. Auf der Flussinsel Diamante finden sich das interessante Naturhistorische Museum und ein Zoo.
  • Uspallata. Die liebliche Kleinstadt westlich von Mendoza gilt als Tor zum Andenraum. Das satte Grün der Felder und Alleen bildet einen reizvollen Kontrast zu den felsigen Hochgebirgsriesen. Rundherum finden sich zahlreiche archäologische und naturhistorische Fundstätten wie der Darwin-Wald.
  • Lavalle und Los Altos Limpios. Eine kleine Sandwüste mit Dünen ist die Hauptattration des Naturreservats, in dem sich kurioserweise auch einer der ältesten Algarrobo-Wälder der Provinz findet.
  • Tal des Río Atuel. Im zentralen Süden nahe San Rafael liegt dieser raue Canyon mit den Stauseen Valle Grande und Nihuil, gesäumt von rötlich und gelblich gefärbten Felsenlandschaften. Die Region gilt als Paradies für Outdoorsportarten wie Trekking und Rafting.

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