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Die Provinz Santa Fe - Porträt & Reiseführer

Santa Fe liegt im zentralen Osten Argentiniens und zieht sich am Río Paraná entlang. Geprägt von der Landwirtschaft und einer diversifizierten Industrie in den Städten, ist die Provinz eine der reichsten des Landes. Auch ist sie eine der ältesten Kulturlandschaften Argentiniens. So stand nördlich des heutigen Rosario mit Sancti Spiritu ab 1527 die erste europäische Siedlung auf argentinischem Boden, sie wurde jedoch nach nur zwei Jahren wieder aufgegeben.

Die südlichen zwei Drittel von Santa Fe sind dicht besiedelt und werden von der feuchten Pampa mit einer Vielzahl kleiner und mittlerer Städte geprägt. Wilder wirkt der Nordwesten der Provinz, der sehr dünn besiedelt ist und von den für die Chaco-Region typischen Trockenwäldern und Savannen geprägt wird. Als beliebteste Reiseziele und kulturelle Höhepunkte der Provinz Santa Fe gelten die beiden Metropolen und Hafenstädte Rosario und Santa Fe.


Der Süden: Reich und europäisch

Cultivo de soja

Sojafelder im Süden von Santa Fe. Foto: Seba864 / Public Domain



Der Süden der Provinz gehört zur Pampaebene und ist flach und von der Landwirtschaft geprägt. Hier befinden sich die beiden größten Städte, die Provinzhauptstadt Santa Fe (500.000 Ew) und die drittgrößte Stadt Argentiniens, Rosario, mit 1,2 Millionen Einwohnern inklusive Vororte.

Viele Kleinstädte der Region entstanden als Agrarkolonien im 19. Jahrhundert. Sie wurden von verschiedenen europäischen Einwandergruppen geprägt, deren Kultur auch die Architektur ihrer Orte beeinflussten. So findet man spanisch beeinflusste Landhäuser und Barockkirchen, kleine französische Schlösschen und mitteleuropäisch geprägte, neogotische Kirchenbauten wie in Esperanza.

Landschaftlich reiht sich in dieser Region Acker an Acker, Wälder gibt es fast nur am Ufer des Río Paraná. Ganz im Südwesten findet sich eine kleine Seenplatte rund um Melincué mit salzhaltigem Wasser.


Der Norden: Wild und heiß

Casa de Federico Carlos Sigel

Typische traditionelle Villa in Malabrigo. Foto: Dants / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0


Etwa 50 Kilometer nördlich von Santa Fe beginnt sich die Landschaft zu wandeln. Immer mehr kleine Buschwälder gesellen sich zu den Äckern, sandige, saisonal wassergefüllte Ebenen lockern die Szenerie auf. Hier in der südlichen Chaco-Ebene liegt eine der traditionreichsten Forstregionen Argentiniens. Die Sommer werden nach Nordwesten hin immer heißer, die Winter trockener.

Die Region ist deutlich dünner besiedelt als der Süden und wirtschaftlich schwächer, in einigen Regionen ist sogar weitverbreitete Armut zu finden. Auch hier dominieren Einwandererkolonien aus dem 19. Jahrhundert, sie sind jedoch weiter voneinander entfernt und wechseln sich mit neueren, von großen Unternehmen gegründen Dörfern aus der Blütezeit der Holzindustrie ab. Reconquista (90.000 Einwohner) und Vera (20.000 Einwohner) sind die größten Städte, beide verglichen mit den Metropolen des Südens beschaulich und eher provinziell.

Auch im Norden gibt es eine Seenregion, die sich im Westen von Nord nach Süd zieht. Ganz im Nordwesten findet sich ein fast menschenleeres Grasland. Zum Teil hat sich hier noch die Kultur der Ureinwohnervölker Wichí und Toba gehalten, von denen jedoch viele in die Städte abgewandert sind. So gibt es in Rosario ein größeres Toba-Viertel.


Die Metropolen: Rosario und Santa Fe

Rosario desde el aire

Häusermeer: Rosario aus der Luft. Foto: Facundo A. Fernández / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 2.0

Rosario ist mit 950.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Argentiniens. Sie gehört zu den modernsten Städten des Landes und hat ein weltstädtisches und liberales Flair. In den letzten beiden Jahrzehnten wurde sie verschönert und zu einer grünen Metropole mit vielen Parks gemacht, weiterhin punktet die Stadt mit einer sehenswerten Skyline am Fluss. Das Zentrum mit vielen Altbauten aus dem 19. Jahrhundert und dem monumentalen Fahnendenkmal mit Blick auf den Paraná lädt zu langen Spaziergängen ein. Als vielleicht offenste und toleranteste Stadt des Landes ist Rosario auch ein beliebtes Ziel des GLBT-Tourismus, sie bietet ein aufregendes Nachtleben und eine aktive Kulturszene mit vielen Galerien und Museen. Wirtschaftlich ist Rosario ein Industrie- und Dienstleistungszentrum sowie einer der wichtigsten Exporthäfen Argentiniens.

Etwas beschaulicher wirkt die Provinzhauptstadt Santa Fe, die eher von Verwaltung und Agro-Industrie geprägt ist. Doch auch hier sprießen immer mehr Wolkenkratzer aus dem Boden. Die Stadt hat viele Sehenswürdigkeiten: Koloniale Altbauten wie das Kloster San Francisco und die Kathedrale und viele Museen bieten Material für spannende Sightseeing-Touren. Eine große Universität sorgt ständig für Nachschub in der Kreativwirtschaft, und an der wunderschönen Laguna Guadalupe befinden sich eine Reihe guter Badestrände.


Die beliebtesten Reiseziele der Provinz Santa Fe

Casa de Gobierno de Santa Fe (fachada)

Regierungspalast von Santa Fe. Foto: Elsapucai / Public Domain, GFDL, CC-BY-SA

  • Rosario. Die Stadt am Paraná-Ufer besticht mit tollen Aussichten auf den Fluss, einem aufregenden Kultur- und Nachtleben und vielen sehenswerten Museen und Stadtvierteln. Im Sommer bietet Rosario auch schöne Badestrände wie die Rambla Cataluña.
  • Santa Fe. Die Provinzhauptstadt hat viele Altbauten im Zentrum und versprüht teilweise ein ehrwürdiges, traditionelles Flair. Doch auch die Kulturszene zählt zu den Stärken der Halbmillionenstadt.
  • Melincué. Der See im Südwesten der Provinz mit seinem salzhaltigen Wasser ist ein beliebtes Reiseziel von Badetouristen und Kurgästen - der Schlamm besitzt heilsame Qualitäten.
  • Puerto Gaboto. 50 Kilometer nördlich von Rosario gelegen. Hier wurde 1527 die erste europäische Siedlung, Sancti Spiritu, erbaut. Eine Ausgrabungsstätte mit der nachgebauten Befestigung der Anlage kann besichtigt werden.
  • Romang. Die kleine Stadt wurde 1873 von einem Schweizer Gauner und Hochstapler gegründet und gilt heute als beliebtestes Wochendendtourismusziel im Norden der Provinz mit der architektonisch bedeutsamen Villa Christianita, Badestränden, einem Rockfestival und guten Angelmöglichkeiten am Río Paraná.
  • Cayastá und Santa Fe La Vieja. Hier stand zwischen 1573 und 1660 die erste Gründung der Stadt Santa Fe. Besucher können eine große Ausgabungsstätte mit einigen wenigen erhaltenen Gebäuden besichtigen.


Geheimtipps in der Provinz Santa Fe

Municipalidad de Esperanza, Santa Fe

Multikulturell: Rathaus von Esperanza. Foto: Mario Miguel Scotti Herzog / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0

  • Carmen del Sauce. 40 Kilometer südlich von Rosario liegt dieses alte, verschlafene Dorf mit seiner bekannten Kirche. Inmitten zahlreicher Altbauten fühlt man sich wie im 19. Jahrhundert.
  • San José de la Esquina. Gelegen im Südwesten der Provinz, können Besucher hier eine originalgetreu nachgebaute Festung aus dem 18. Jahrhundert besichtigen.
  • Villa Constitución. Die Industriestadt im extremen Süden von Santa Fe besitzt einige beachtenswerte Altbauten wie die Kirche San Pablo und ein schönes Naturreservat am Río Paraná, die Isla del Sol.
  • Reconquista und Avellaneda. Die größte Stadt des extremen Nordens der Provinz ist eine sympathische Mittelstadt mit vielen traditionellen Villen und anderen Bauten aus dem frühen 20. Jahrhundert.
  • Esperanza. Westlich von Santa Fe gelegen, gehört die 40.000-Einwohner-Stadt zu den reichsten Argentiniens. Sehenswert sind zwei der schönsten Kirchen der Region im neoromanischen und neogotischen Stil.
  • San Antonio de Obligado. Das kleine Dorf liegt im Holzgürtel von Santa Fe im extremen Norden und bietet eine sehr reizvolle Kirche im neoklassischen Stil.

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