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Wahl 2019: Denkzettel für Macri - Opposition mit Alberto Fernández liegt bei Vorwahl deutlich vorne

In Argentinien wurden heute, am 11. August 2019, Vorwahlen für die Präsidentschafts- und Kongresswahl abgehalten, und es sieht so aus, als ob die Wahl zu einem Denkzettel für die Regierung unter Mauricio Macri geworden sei. Wie üblich war die Präsidentschafts-Vorwahl die am meisten beachtete Kategorie, auch wenn keine einzige Partei mehrere Kandidaten angemeldet hatten. Dies bedeutet, dass man es im Grunde genommen mit einer großen, teuren Wahlumfrage zu tun hatte. Bei den Kategorien der Kongressabgeordneten und Senatoren dagegen gab es teilweise wirkliche Vorwahlen, dort treten in jeder Provinz teils unterschiedliche Bündnisse und Parteien an.

Nach ersten Ergebnissen von etwa 58% der ausgezählten Stimmen erreichte der chancenreichste Kandidat der Opposition, Alberto Fernández, einen deutlichen Vorsprung und kam auf 47%. In seiner Allianz, die einen großen Teil der traditionellen Volkspartei Partido Justicialista (der "Peronisten") und einige Kleinparteien umfasst, tritt Ex-Präsidentin Cristina Kirchner für den Posten der Vizepräsidentin an. Der konservative Amtsinhaber Mauricio Macri blieb mit 33% deutlich dahinter. Dritter wurde Ex-Wirtschaftsminister Roberto Lavagna von der zentristischen Allianz Consenso Federal 2030 mit 8,5 Prozent.

Zu den allgemeinen Wahlen treten mit einem Ergebnis von mehr als 1,5% weiterhin an: die Linksfront Frente de Izquierda mit Nicolás del Caño (2,9%), die konservative Kleinpartei NOS mit Juan José Gómez Centurión (2,7%) und die wirtschaftsliberale Allianz Despertar mit José Luis Espert, der mit 2,3% weit hinter den Erwartungen zurückblieb - Umfragen im Juni und Juli hatten ihm bis zu 10 Prozent zugestanden.

Damit hat Fernández gute Chancen, die "richtige" Wahl, die am 27. Oktober stattfindet, schon in der ersten Runde zu entscheiden. Wer dort 45 Prozent oder alternativ 40 Prozent mit mehr als 10 Punkten Abstand zum Zweitplatzierten holt, gilt als gewählt. Ansonsten findet am 24. November eine Stichwahl statt. Alle Kandidaten mit weniger als 1,5 Prozent Unterstützung bei der Vorwahl scheiden aus. Dies sind die Linke Manuela Castañeira, die einzige Frau im Kandidatenfeld, der Rechtsextreme Alberto Biondini und die beiden konservativen Kandidaten Raúl Albarracín und José Feris.

Der Wahltag verlief ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Zunächst zirkulierten Prognosen mit einer Differenz von 3 bis 7 Prozentpunkten, mit Fernández bei knapp über 40 und Macri mit etwas über 35 Prozent. Die ersten Ergebniss übertrafen dann für die Peronisten diesen Wert bei Weitem. Kurz nach 22 Uhr trat Präsident Mauricio Macri vor die Mikrofone und gab zu, ein schlechtes Wahlergebnis erreicht zu haben. Wegen einem langsamen Upload der Ergebnisse der Provinz Buenos Aires verzögerte sich die Veröffentlichung der Daten, gerechnete wurde zunächst mit ersten offiziellen Ergebnissen um etwa 22 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ). Die Veröffentlichung lässt auch 30 Minuten später weiter auf sich warten.

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